Yoga Off The Mat – 5 Möglichkeiten, Yoga abseits der Matte zu üben

Yoga Off The Mat – 5 Möglichkeiten, Yoga abseits der Matte zu üben

Anfang März verlasse ich Bali für ein neues spannendes Ziel. Wenn ich daran denke die Insel, die ich seit Oktober 2016 mein Zuhause nenne, hinter mir zu lassen, fühle ich sowohl Traurigkeit und Melancholie als auch Aufregung und Freude. Ich hatte es nicht immer leicht auf der Insel der Götter. Aber wen wundert das? Davon überzeugt, dass mich nichts so schnell aus der Bahn wirft, verließ ich meinen alten Job, gab meine Wohnung auf, ließ Familie und Freunde hinter mir und warf mich selbst ins kalte Wasser. Was ich dadurch gelernt habe ist dafür unbezahlbar.

1. Echte Spiritualität zeigt sich in Krisenzeiten

Auch wenn es einige nicht glauben: Bali ist eine Insel ambitionierter Gründer, die ihr eigenes Baby auf die Beine stellen. Oder von Expats, die bereits viel Berufserfahrung haben und freiberuflich tätig sind. Und dann gibt es noch die Surfer, Wahrheitssuchenden und Partylöwen. Wenn du mit einem halb ausgeklügelten Plan nach Bali kommst kann diese Insel dich sowohl inspirieren als auch aus dem Konzept bringen. Und das hat sie bei mir getan.

Nach meiner Zertifizierung zur Yogalehrerin gab ich Privatstunden, startete meinen Blog und machte den ein oder anderen Online Freelance Job. Meine Energie war dabei aber vollkommen zerstreut, da ich kein eindeutiges Ziel vor Augen hatte. Und da fing die Krise an. Ich merkte, dass meine Stabilität stark von äußeren Faktoren abhängig war und es machte sich Chaos in mir breit. Um meine Energie auf ein klares Ziel zu fokussieren, musste ich Klarheit darüber gewinnen, was ich überhaupt wollte. Mir wurde klar, das gerade in Krisenzeiten Yoga als das Tool für Klarheit und Zuversicht dienen kann. Wahre Spiritualität zeigt sich dann, wenn deine innere Stabilität herausgefordert wird.

 

2. Glück ist eine Entscheidung

„Du hast echt Glück, so ein Leben zu führen.“ Nein, habe ich nicht. Ich habe mich für dieses Leben entschieden und dafür gekämpft. Viele Menschen bezeichnen es als Glück, wenn sie sehen, wie andere Menschen ihr Leben gestalten. Dabei bin ich zu diesem Leben nicht durch Glück gekommen. Ich habe ein Risiko in Kauf genommen, habe die Schwierigkeiten, die eine solche Entscheidung mit sich bringt, am eigenen Leib erfahren und bin daran gewachsen. Das ist meine Entscheidung in ein selbst bestimmtes Leben. Dafür habe ich auf andere Sachen verzichtet: Eine schicke Wohnung, ein Auto, einen festen Job, die sogenannte „Sicherheit“.

Wie du dein Leben gestaltest hat etwas mit Prioritäten zu tun und weniger mit tatsächlichem Glück. Ich habe viele Menschen auf Bali kennengelernt, die sich auch mit weniger einfachen Umständen für ein selbst bestimmtes Leben entschieden haben. Zum Beispiel Menschen, die krank sind. Die vorübergehend einen Job machen, der vielleicht nicht ihr Traumjob ist, aber als Einnahmequelle dient, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Die für einen höheren Zweck mit ihren Finanzen vorübergehend etwas achtsamer umgehen müssen. It’s a choice.

 

3. Du bist dein größtes Hindernis

Dass ich selbst mein größtes Hindernis im letzten Jahr war, ist mir jetzt so bewusst wie noch nie. Ich habe viel Energie dem Grübeln gewidmet und dann blieb nicht mehr so viel für andere Dinge übrig. Mein Grübeln drehte sich meistens um die Frage: Bielleicht will ich ja doch die Karriereleiter hochsteigen, gutes Geld verdienen, Yoga nur als Schülerin weiterpraktizieren und der gesellschaftlichen Norm entsprechen? Gefallen wollen, gekoppelt mit Heimweh und fehlender Struktur ist eine schwierige Kombination. Und wenn du dich dem nicht stellst wird es zum Kreislauf.

Wie ich herausbekam, was ich tatsächlich will: Jedes mal wenn ich auf der Yogamatte stand fühlte ich ein großes JA zu diesem Leben anstatt einem NEIN. Bei jedem Strandspaziergang, jedem Beitrag den ich schrieb und jeder Yogaschule, bei der ich mich bewarb, fühlte ich ein großes JA. Wenn ich mit meinem Partner in der Hängematte lag und über unsere Pläne redete, stand da ein großes JA. Ich glaube an die Message, die ich erhalte, wenn ich in einem Moment der Liebe bin, denn in diesem Moment höre ich mein wahres Selbst. Und so ebne ich meinen Weg nun weiter, lasse Freude zu und mache mir bewusst, dass Zweifel normal und in Ordnung sind.

 

4. Freiheit beginnt in deinem Kopf

Natürlich kannst du dich von deinem alten Leben lösen, deine Koffer packen und losziehen. Aber denke nicht, dass du deswegen frei bist. Freiheit beginnt in deinem Kopf. Du kannst dich durch das ständige Reisen nur bis zu einem gewissen Grad frei fühlen. Wenn du in deinem Kopf noch immer das Leben führen willst, das andere von dir erwarten, dann ist das keine Freiheit.

Ich habe mich durch meine Entscheidung nach Bali zu gehen von äußeren Bindungen freigemacht, aber in meinem Kopf war ich noch nicht so weit. In meinem Kopf habe ich Angst gehabt, was Leute über mich denken werden und hatte Angst, mich gegen die gesellschaftliche Norm zu stellen. Ich hatte Angst davor als Yogalehrerin nicht gut genug zu sein und davor, wie die Menschen auf meine Gedanken, die ich in meinem Blog teile, reagieren. Mich all dem zu stellen konnte mir helfen, diese Ängste zu überwinden und mich von ihnen frei zu machen. Sieh deiner Angst ins Angesicht, stelle dich ihr und transformiere sie. So kannst du Freiheit auch in deinem Kopf erreichen.

 

5. Home is where your heart is

Auch die Traumdestination, die du schon als kleines Kind sehen wolltest, kann sich falsch anfühlen, wenn du mit deinem Herzen nicht da bist. Dein Herz ist nicht da, wenn dein Kopf nicht frei ist. Egal wie schön du dein Zuhause einrichtest, wie schön der Strand ist oder wie lecker das Essen: Ankommen wirst du erst, wenn dein Herz sich darauf einlassen kann. Für mich entsteht ein Zuhause, wenn ich Familie um mich habe. Und wenn deine Familie nicht da sein kann, dann sei dafür offen, neue Menschen zu treffen, die das gleiche Abenteuer wie du leben. Durch die gemeinsame Erfahrung und die inspirierende Interaktion kannst du dein Herz öffnen und ankommen.

Ich habe lange Dinge mit mir selbst ausgemacht und dann aber gemerkt, dass ich so viel lernen kann, wenn ich mich Leuten gegenüber öffne. Oft habe ich gemerkt, dass sie genau dieselben Ängste haben wie ich. Und so konnten wir uns gegenseitig die Angst nehmen, uns ermutigen und uns verbunden fühlen.

 

Konnte dir Yoga bereits als Tool in schwierigen Situationen dienen, die außerhalb des Yogastudios stattfinden? Ich freue mich über deine Ehrlichkeit.

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