Wenn der Sport zum Zwang wird

Wenn der Sport zum Zwang wird
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Sport­sucht - ein suchtar­tiges Ver­lan­gen nach sportlich­er Betä­ti­gung ohne Wet­tkamp­fam­bi­tio­nen. Dies äußert sich in unkon­trol­liertem, exzes­sivem Train­ingsver­hal­ten und führt zu kör­per­lichen und seel­is­chen Beschw­er­den. (Def­i­n­i­tion)

 

Ab wann sind wir sportsüchtig?

Viele Men­schen meinen, ob ern­sthaft oder scherzhaft, dass ich es mit dem Sport übertreibe.

Ich gehe 3–4 Mal die Woche laufen, mach 2 Mal die Woche Kraft­train­ing, fahre 1 Mal Rad und gehe 2 Mal ins Schwimm­train­ing.

Wenn ich kön­nte, würde ich Bal­lett tanzen, Cross­fit machen, Ten­nis spie­len oder auch wieder mit dem Reit­en anfan­gen. Aber ich weiß selb­st, dass ich jet­zt schon sehr viel Zeit mit Sport ver­bringe und man eben nicht alles machen kann. Und den­noch: Ein “Rest­day” in der Woche fällt mir sehr schw­er. Ich Staffel dann ein­fach meine Sportein­heit­en und komme so oft auf zwei pro Tag.

Und den­noch: Zum Sport muss ich mich (fast) nie aufraf­fen. Er gehört bei mir so zum täglichen Leben dazu, dass ich qua­si von alleine früh auf­ste­he, um vor dem Früh­stück eine entspan­nte Runde zu laufen, gerne meine Mit­tagspause ins Fit­nessstu­dio ver­lege und auch zu Zeit­en, in der andere Men­schen noch/schon schlafen, eine Runde laufen gehe oder ein kleines Work­out machen.

 

Typisch bei einer Sportsucht

Ich muss sagen, dass sich mein Kör­p­er schon an den ganzen Sport gewöh­nt hat. Muskelkater habe ich sehr sel­ten, Kni­eschmerzen hat­te ich lediglich teil­weise in der HM-Vor­bere­itung, in der ich über meine “nor­male” Dosis Kilo­me­ter hin­ter mich gebracht habe. Von Ver­let­zun­gen bin ich, bis auf einen dick­en Knöchel ver­schont geblieben.

Vor­bei sind die Zeit­en, in denen ich teil­weise zwei Mal am Tag gelaufen bin, weil ich das Gefühl hat­te, dass die erste Ein­heit zu kurz oder zu langsam war. Wie meine Gelenke das mit­gemacht haben, weiß ich nicht. Ander­er­seits habe ich sie vielle­icht ein­fach nicht gespürt und meinen Kör­p­er ignori­ert.

Ich bin auch mit Fieber und Erkäl­tun­gen so lange wie möglich laufen gegan­gen und möchte mir lieber nicht aus­malen, was da alles hätte passieren kön­nen. Glück im Unglück: Und den­noch: nicht nach­machen, denn es kann schnell zu Herz­muske­lentzün­dun­gen führen. Das wusste ich und bin den­noch los­ge­laufen.
Ich habe Verabre­dun­gen abge­sagt, da ich son­st keine Zeit für Sport gehabt hätte. 
Ich bin sog­ar vol­lkom­men verkatert am Neu­jahrsmor­gen um halb 8 ins Fit­nessstu­dio gedüst und der Fit­nesstrain­er hat mich für ver­rückt erk­lärt. Das war zwar nur ein Scherz, aber er hat­te Recht. Und alles, damit ich mich 2 Stun­den auf den Crosstrain­er stellen kon­nte, aber ohne jegliche Kraft in den Beinen. 

Diese Phase liegt jet­zt zum Glück schon 5 Jahre zurück. Und den­noch: Wenn ich keinen Sport mache, habe ich ein schlecht­es Gewis­sen, füh­le mich faul, unsportlich und aufge­quollen.

Aber ich ver­liere den Bezug zur Real­ität nicht mehr und weiß, dass ich mir beispiel­sweise einen Tag zu viel zuge­mutet habe, wenn ich schwim­men und laufen gehe und somit auf fast 3 Stun­den Belas­tung komme. Deswe­gen mache ich am näch­sten Tag hal­blang.

 

Sport bestimmt das Leben

Für mich war und ist es unvorstell­bar, dass ich mich ein­mal so ver­let­ze, dass ich lange Zeit keinen Sport machen kann. Wahrschein­lich würde ich vol­lkom­men durch­drehen und das Ganze mit wenig Essen kom­pen­sieren und mich so viel wie möglich ander­weit­ig bewe­gen. Auch heute noch. 

Aber ich ver­suche, vernün­ftiger zu sein. Ich gönne mir einen Tag Ruhe in der Woche und zwinge mich dazu, sam­stags keinen Sport zu machen. Dieser Tag fällt mir am leicht­esten, weil ich danach fast immer 8 Stun­den auf den Beinen bin und arbeite.

Aber: kleine Schritte führen zum Ziel. Und vielle­icht bin ich irgend­wann soweit, dass ich mehrere Ruhetage die Woche schaffe, mir mal eine Woche kom­plett sport­frei gönne und mit viel Energie in die näch­ste Train­ingsphase ein­steige.

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