Steinzeiternährung und Hungerkatastrophe

Steinzeiternährung und Hungerkatastrophe
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Wie manche von euch wis­sen, bin ich ein Fre­und von möglichst wenig ver­ar­beit­eter Nahrung. Allerd­ings bin ich auch ein Fre­und davon eine Sache unter ver­schiede­nen Per­spek­tiv­en zu sehen und sich die Dinge nicht allzu leicht zu machen. Was mich zu diesem Beitrag ver­an­lasst, sind einige Beiträge zur soge­nan­nten Steinzeit- bzw. Pale­o­ernährung.

 

Was darf ich essen?

Die Befür­worter der Steinzeit­ernährung sagen, dass wir uns am besten nur von den Nahrungsmit­teln ernähren sollen, die ein Steinzeit­be­wohn­er auch in sein­er Umge­bung zum Essen find­en würde. Also beispiel­sweise Fleisch, Fisch, Nüsse, Gemüse, Obst, Eier.

Da es in der Steinzeit keine Land­wirtschaft gab, fall­en Getrei­de­pro­duk­te natür­lich weg. Die Logik dahin­ter ist, dass unser Erbgut noch weit­ge­hend dem vor 200.000 Jahren entspricht, Acker­bau aber erst seit etwa 10.000 Jahren betrieben wird. Ergo sind unsere Gene bestens an Steinzeit­ernährung, jedoch nicht an Getrei­de­pro­duk­te angepasst.

Die Lösung liegt schein­bar also darin die Ernährung wieder steinzeit­mäßig zu gestal­ten um sich selb­st und sein­er Gesund­heit einen Gefall­en zu tun. Die Beto­nung liegt dabei auf sich selb­st, denn wir soll­ten uns ein­mal mit der Frage beschäfti­gen, warum wir heute über­haupt indus­triellen Acker­bau und Viehzucht betreiben.

 

Die Geschichte der Steinzeitdiät

Für unsere Vor­fahren in der Steinzeit war es dur­chaus möglich, in “Ein­klang” mit der Natur zu leben. Die Frage ist allerd­ings warum? Die Antwort ist abso­lut banal: Weil es eben so wenige von unseren Vor­fahren gab. Die ursprüngliche Natur gab nur ein­er begren­zten, viel kleineren Anzahl von Men­schen in einem bes­timmten Raum die Lebens­grund­lage: Vor etwa 8000 Jahren lebten ca. 10 Mil­lio­nen Men­schen. Doch anscheinend waren das schon für die dama­li­gen Ver­hält­nisse zu viele, denn genau zu dieser Zeit ist die Entwick­lung fes­ter Sied­lun­gen ver­bun­den mit ein­er plan­mäßig betriebe­nen Land­wirtschaft festzustellen. Mit plan­mäßigem Acker­bau –und dem bösen Getrei­de — waren viel mehr Men­schen zu ernähren. In der Folge davon stieg die Zahl der Men­schen stark an: von ca. 10 Mil­lio­nen vor 8000 Jahren auf etwa 800 Mil­lio­nen um 1750.

Die Land­wirtschaft musste also immer inten­siv­er betrieben wer­den um den Hunger der Bevölkerung zu deck­en.

Im Jahre 1900 mussten auf der Erde etwa 1,5 Mil­liar­den Men­schen ernährt, gek­lei­det, mit Arbeit und Woh­nun­gen ver­sorgt wer­den, heute sind es mehr als 4mal so viele.

Das dies nicht mit Steinzeit­ernährung möglich ist sollte jedem klar sein. Hierzu zwei Beispiele: Ein Quadrat­meter Weizen­feld liefert im Schnitt bei indus­trieller Pro­duk­tion etwas über 800 Gramm Weizen. Das entspricht etwa 2400 Kilo­kalo­rien. Also in etwa den Tages­be­darf eines nor­malen Mannes. Demge­genüber liefert der gle­iche Quadrat­meter, wenn man ihn für Gemüsean­bau wie beispiel­sweise Möhren nutzt nur eine Ernte von cir­ca 2,5 Kilo­gramm Möhren, was wiederum etwa 600 Kilo­kalo­rien entspricht. Kurz gesagt braucht man 4 Quadrat­meter Boden um auf die gle­iche Kalo­rien­menge zu kom­men.

Noch ungün­stiger sieht die ganze Geschichte freilich beim Fleisch aus, denn um auf 1 Kilo­kalo­rie aus Rind­fleisch zu kom­men braucht es 10 Kilo­kalo­rien Getrei­de.

 

Nicht logisch aber sinnvoll

Kom­men wir mal zu den nack­ten Zahlen: Rein rech­ner­isch ste­hen jedem Erden­bürg­er 1,8 Hek­tar Fläche zur Ver­fü­gung um alle lebenswichti­gen Bedürfnisse wie Wohnen, Nahrung­spro­duk­tion, Energiegewin­nung etc. zu deck­en. Bei dem derzeit­i­gen Anwach­sen der Welt­bevölkerung wer­den diese Flächen natür­lich klein­er und das für die Nahrung­spro­duk­tion zur Ver­fü­gung ste­hende Land nimmt ab.

Beson­ders kri­tisch ist es für die asi­atis­chen Län­der. So ist es auch nicht ver­wun­der­lich, dass sich Chi­na Agrarflächen in den armen Entwick­lungslän­dern sichert. Die Folge für die dort lebende Bevölkerung dürfte klar sein.

Nach all diesen Aus­führun­gen sollte klar sein, dass eine reine Steinzeit­ernährung unter gesund­heitlichen Aspek­ten sich­er sin­nvoll ist, die Fol­gen für die arme Welt­bevölkerung jedoch fatal wären, wenn wir uns jet­zt alle ohne Getrei­de ernähren wür­den, denn es würde mehr Ack­er­land gebraucht um unseren Kalo­rienbe­darf zu deck­en.

Uns geht es mit Steinzeit­ernährung also bess­er und anderen schlechter, weil sie weniger zu essen haben. Als ver­ant­wor­tungs­be­wusster Men­sch sollte man sich das dann doch nochmal über­legen, oder?

 

Fazit

Wer ganz auf jed­wede Art von Getrei­de verzicht­en möchte und sich dies finanziell auch leis­ten kann, ernährt sich sich­er entsprechend unseren ursprünglichen Genen. Aus ökol­o­gis­chen Grün­den ist der Verzehr von Getrei­de­pro­duk­ten jedoch wün­schenswert. Wer dabei auf die kaum ver­ar­beit­eten Getrei­de­pro­duk­te zurück­greift ernährt sich immer noch aus­re­ichend gesund.

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