So ist Radfahren wirklich gesund

So ist Radfahren wirklich gesund
4.2
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Geht es ums Rad­fahren, dann stre­it­en sich die Geis­ter, weil eigentlich nie­mand so genau weiß, ob es sich nun um einen Freizeit- oder um einen Leis­tungss­port han­delt. Tat­sache ist, dass Rad­fahren ein Sport ist, den jed­er ver­schieden betreibt – eben entwed­er als Freizeit- oder als Leistungssport.

 

Formen des Radsports

Nur wenige Sportarten besitzen eine der­ar­tige Band­bre­ite an Vari­anten der Ausübung, wie der Rad­sport. Damit ein­her geht ein nahezu unüber­schaubares Ange­bot an Fahrrädern, die zur Ausübung unter­schiedlich­er Sportarten geeignet sind.

Das Rennrad – Ursprung allen Radsports

Der Rad­sport begann noch bevor sich das Fahrrad als Verkehrsmit­tel durchge­set­zt hat­te. Um die Leis­tungs­fähigkeit, Wer­tigkeit und das Durch­hal­tev­er­mö­gen ihrer Fahrräder zu demon­stri­eren, organ­isierten viele Fahrrad-Her­steller schon früh Sportver­anstal­tun­gen und kon­stru­ierten dafür auch als­bald spezielle Ren­nräder. Noch heute find­en berühmte Rad-Klas­sik­er wie »Lüt­tich – Bas­togne – Lüt­tich« (1892) oder »Paris-Roubaix« (1896) statt. Nicht zu vergessen das berühmteste und härteste aller Radren­nen, die Rund­fahrt der »Tour de France«, die seit 1903 alljährlich stattfindet.

Auch der Bah­n­rad­sport wurde mit dem »Sech­stageren­nen« bere­its im 19. Jahrhun­dert entwick­elt. Daraus resul­tieren viele Diszi­plinen – mit dem Ziel, Bah­n­rad­sport für ein bre­ites Pub­likum inter­es­sant und abwech­slungsre­ich zu gestal­ten: Sprint und Zeit­fahren, Ein­er- und Mannschaftsver­fol­gung, Stun­den­wel­treko­rd oder die Ste­herren­nen mit einem ste­hen­den Motor­rad­fahrer als Wind­schat­tenge­ber für den Rennradler.

Für alle diese und noch mehr Diszi­plinen und Sportarten wur­den im Laufe der Jahre spezielle Ren­nräder entwick­elt und per­fek­tion­iert. Schon in der Frühzeit entwick­elte sich im Rad­sport ein Spon­sor­ing der Fahrer durch Fahrrad-Her­steller, so dass der Rad­sport fast von Beginn an pro­fes­sionelle Fahrer ken­nt. Die Tren­nung in Ama­teur- und Profis­port wurde beim Rad­sport in umgekehrter Weise (als bei anderen Sportarten) erst spät durch Grün­dung eines speziellen Ama­teurbere­ichs – vor allem für die Olymp­is­chen Spiele – vollzogen.

Radsport für funky people – das BMX-Rad

BMX ste­ht für Bicy­cle Moto Cross und wurde in den 60’er und 70’er Jahren in den USA entwick­elt, um Gelän­deren­nen auf Bikes aus­tra­gen zu kön­nen und kam in den 80’ern zunächst als Bonan­zarad nach Europa.

Die sta­bilen BMX-Räder ohne Gangschal­tung mit 20 Zoll Rädern und hohen Lenkern wer­den für unter­schiedliche Diszi­plinen indi­vidu­ell gefer­tigt und aus­ges­tat­tet: Für Gelän­deren­nen gibt es sehr sta­bile aber möglichst leichte BMX-Räder, meist aus Chrom Molybdän-Stahl.

Beim Freestyle, wo es um atem­ber­aubende Fig­uren und Sprünge geht, sind die Zweiräder teil­weise mit Pegs aus­gerüstet. Das sind Stan­gen, die die Naben nach außen ver­längern und für diverse Kun­st­stücke hil­fre­ich sind, zum Beispiel wenn der BMX-Fahrer die Füße von den Ped­alen nimmt.

Radsport mit Mountainbike und Trekkingbike

Nach dem Bonan­zarad kam in den 80’er Jahren das Moun­tain­bike aus den USA nach Europa. Ein sta­biles Rad mit grob­stol­li­gen Bal­lon­reifen, ein­er Gangschal­tung mit stark­er Unter­set­zung und einem niedrigeren Rah­men für den Ein­satz im Gelände. Für das leichte Gelände wurde das Trekking­bike entwick­elt, welch­es von der Rah­men­ge­ome­trie eher an das Ren­nrad angelehnt ist und schmalere Reifen als das Moun­tain­bike besitzt. Für Schot­ter­wege und Wald­wege ist es den­noch gut geeignet. Während das Moun­tain­bike ein reines Sport­gerät ist, ohne Schutzbleche, Gepäck­träger oder Lich­tan­lage, ist das Trekking­bike ein voll aus­gerüstetes und damit auch all­t­agstauglich­es Fahrrad.

Radsport für Reisende – das Reiserad

Bleibt noch das Reis­er­ad zu erwäh­nen, dass für die Rad­tour oder Radreisen einge­set­zt wird. Viele Men­schen fahren bei ihren Rad­touren mit Touren­rädern, Moun­tain­bikes oder mit ihren Trekkingrädern. Der Reise­profi unter den Rad­sportlern aber besitzt dafür ein spezielles Reis­er­ad. Rah­men-Geome­trie und Sta­bil­ität sind beson­ders auf die höhere Belas­tung durch mit­ge­führtes Gepäck aus­gelegt. Ein län­ger­er Rad­stand sorgt für Laufruhe und die Möglichkeit mit Sat­teltaschen vorne und hin­ten noch sicher­er zu fahren.

Das Fahrrad als urbanes Verkehrsmittel

Das Fahrrad als Indi­vid­u­alverkehrsmit­tel der Wahl im All­t­ag hat­te seine größte Zeit wohl von den 20’er bis zu den 50’er Jahren des let­zten Jahrhun­derts, bevor das Auto so zum All­ge­meingut wurde, dass es das Fahrrad von Platz Eins ver­drängte. In den 60’er und 70’er Jahren, als städteplaner­isch das Schlag­wort von der »auto­gerecht­en Stadt« galt, ging der Fahrrad­verkehr sehr stark zurück und das Rad wurde mehr und mehr zum Freizeit- und Sport­gerät für Rad­sport in diversen Disziplinen.

Erst mit dem Aufkom­men der Umwelt­be­we­gung und dem Umdenken in der Stadt­pla­nung seit den 80’er Jahren gewin­nt das Fahrrad wieder ver­mehrt an Bedeu­tung als inner­städtis­ches Verkehrsmittel.

Zum Ein­satz kom­men als All­t­ags­fahrräder sehr häu­fig Touren­räder mit Drei- oder Fünf-Gangschal­tung, häu­fig auch mit Naben­schal­tung. Die Fahrräder sind mit ein­er Lich­tan­lage und einem oder zwei Gepäck­trägern aus­ges­tat­tet, oft mit Sat­teltaschen oder Fahrrad­kör­ben, um Einkäufe zu trans­portieren. Allerd­ings das Trekking- oder Moun­tain­bike wegen sein­er Robus­theit und den vie­len Gän­gen auf dem Vor­marsch. Beson­ders hipp sind soge­nan­nte Ein­gangsräder (Sin­gle-Speed) die keine Gangschal­tung und auch keinen Leer­lauf besitzen aber auf­grund ihrer schnit­ti­gen Form immer beliebter im urba­nen Gelände werden.

 

Radfahren für Gesundheit und Umwelt

Diese kleine Über­sicht anhand der Fahrrad­typen hat schon gezeigt, wie vielfältig das Feld des Rad­sports ist. Dabei habe ich noch nicht über Cycling oder Spin­ning gesprochen, das Rad­fahren im Fit­ness-Cen­ter oder zu Hause auf mod­er­nen Indoor Cycling Bikes oder über Kun­strad­fahren, Rad­ball oder Triathlon. Allerd­ings auch nicht über das The­ma Dop­ing, das aus­gerech­net im gesund­heits­förder­lichen Rad­sport die schlimm­sten Auswüchse erlebt hat.

Rad­sport ist – und ich zäh­le das Rad­fahren im All­t­ag, wie zur Arbeit, zum Einkaufen, in die Schule oder zu Uni hinzu – egal in welch­er Form wir ihn ausüben, ein Train­ing, das den Kör­p­er kom­plett fordert, den Kopf frei macht und der Seele gut tut. Dabei muss man nicht nach Hochleis­tung streben, um einen gesund­heits­fördern­den Effekt zu erzie­len. Viel wichtiger ist, sich regelmäßig auf den Draht­e­sel zu schwin­gen und den Kör­p­er auch im Alter nicht ros­ten zu lassen.

Wer sich im reifen Alter am Berg nicht mehr so leicht tut, der kann auch auf eines der vie­len E‑Bikes zurück­greifen, die inzwis­chen am Markt sind. Natür­lich ist der Train­ingsef­fekt dann nicht mehr ganz so hoch, aber bess­er mit dem E‑Bike regelmäßig ger­adelt, als das Rad im Schup­pen ver­stauben zu lassen. Herz, Kreis­lauf, Muskeln und Gelenke danken uns jeden Kilo­me­ter, den wir im Schweiße unseres Angesichts strampeln.

Außer­dem ist der Rad­sport ein sehr gutes Aus­gle­ichs- oder Zusatz­train­ing für viele andere Sportarten – vom Ball­sport über den Win­ter­sport bis zu Leich­tath­letik oder Laufen und auch für Wan­der­er, die während der Woche für ihr Hob­by fit bleiben wollen. Hinzu kommt noch, dass der Rad­sport eine umwelt­fre­undliche Sportart ist und jed­er Kilo­me­ter, der im All­t­ag mit dem Rad statt mit dem Auto zurück­gelegt wird, mith­il­ft, die Luft sauber zu hal­ten, die wir alle atmen.

Kalorienverbrauch durch Radfahren

Wer Rad­fahren als Freizeit­sport betreibt, der wird natür­lich nicht so heftig in die Ped­ale treten, als jemand, der ger­ade auf dem Weg zur Arbeit ist. Rad­fahren in der Freizeit bedeutet näm­lich die Seele baumeln zu lassen und dabei vielle­icht auch mal etwas kräftiger in die Ped­ale treten. Auch Sportmedi­zin­er sind der Mei­n­ung, dass kaum eine andere Sportart als Rad­fahren so viel kör­per­liche Fit­ness bringt und let­ztlich so effek­tiv ist.

Radfahren ist Training für Herz & Kreislauf

Gefördert und gefordert wer­den beim Rad­fahren näm­lich Herz und Kreis­lauf und gle­ichzeit­ig kön­nen die Muskeln trainiert wer­den. Auch die Gelenke und die Bän­der wer­den kon­trol­liert bewegt und entsprechend belastet, mehr oder weniger stark, je nach­dem was man ger­ade so macht. Der gesund­heitliche Wert des Rad­fahrens ist dabei der, dass die Fettpöl­sterchen in Schach gehal­ten bzw. zum Rück­zug gezwun­gen wer­den können.

Aktiv Radfahren ist schonend zu Gelenken

Beson­ders attrak­tiv ist das Fahrrad fahren für die Men­schen, deren Gesund­heit eh schon ein biss­chen ange­grif­f­en sind, wie zum Beispiel durch Gelenkbeschw­er­den, die ins­beson­dere schon bei älteren Men­schen vorhan­den sind. Attrak­tiv ist Rad­fahren natür­lich auch für alle, die unter Rück­en- und Wirbel­säu­len­schmerzen zu lei­den haben.

Radfahren bietet keine gesundheitlichen Risiken

Auch Nack­en­lei­den kön­nen durch das Rad­fahren gemildert wer­den. Ide­al ist Rad­fahren auch für Men­schen, die unter Übergewicht lei­den und nach einem Freizeit­sport suchen, der zu ihnen passt bzw. der ihnen keine Prob­leme bere­it­et. Rad­fahren ist selb­st etwas für Ungeübte, weil man damit keine unnöti­gen Risiken einge­ht, auch nicht was Ver­let­zun­gen angeht.

Der pos­i­tive Effekt beim Rad­fahren ist, dass man auch die schöne Land­schaft neben­her noch genießen kann. Fahrräder und Zube­hör find­en ist nicht schw­er – die Auswahl ist sehr groß.

 

Fazit

Der Rad­sport gilt – sofern man nicht ver­sucht, Tour de France Niveau zu erre­ichen – als eine der gesün­desten Sportarten über­haupt. Denn er stellt, wie sehr viele Aus­dauer­sportarten, ein aus­geze­ich­netes Herz-Kreis­lauf­train­ing mit all seinen pos­i­tiv­en Auswirkun­gen auf den Kör­p­er des Sportlers dar – gelenkscho­nen­der ist nur der Schwimmsport.

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