Schlank im Schlaf oder wovon träumst Du Nachts?

Schlank im Schlaf oder wovon träumst Du Nachts?

Kohlenhydrate am Abend machen dick. So oder so ähnlich ist es in verschiedenen Artikeln und Büchern immer wieder zu lesen. Die Begründung ist dabei oftmals folgende: Wenn man Kohlenhydrate isst, dann steigt auch der Insulinspiegel und bei einem hohen Insulinspiegel ist der Fettabbau stark herabgesetzt.

Zusätzlich wird bei hohem Insulinspiegel weniger Wachstumshormon in den ersten Schlafstunden ausgestoßen und auch dadurch findet weniger Fettfreisetzung statt. Manche Autoren gehen dann sogar soweit, dass man sich schlank schläft, wenn man auf Kohlenhydrate am Abend verzichtet.
Klingt ja zunächst mal ganz gut, aber stimmen diese Aussagen überhaupt. Zuerst ein Wort in eigener Sache: Ich bin nicht gegen oder für Kohlenhydrate. Wer mit einer kohlenhydratarmen Ernährung am besten klarkommt, sollte Sie beibehalten. Worum es mir geht ist vielmehr die Unzulänglichkeit der Argumentation „Keine Kohlenhydrate am Abend zu zeigen“.

Als Argumente lassen sich hierzu nur wissenschaftliche Studien heranziehen, denn alles andere ist nicht überprüfbar. Aussagen wie: „Bei mir und meinen Bekannten funktioniert das!“ bedeuten zunächst einmal nur, dass jemand mit dieser Ernährungsweise abgenommen hat, der eigentliche Grund für die Gewichtsabnahme kann jedoch auch sein, dass einfach weniger gegessen wird. Solche Faktoren lassen sich eben nur in wissenschaftlich überprüften Studien ausschließen bzw. bestätigen.

Nach so viel Vorgeplänkel kommt jetzt die Aussage, die mir wahrscheinlich wieder einige kritische Kommentare einbringen wird: Insulin macht nicht dick, sondern die zu viel zugeführten Kalorien! Wie kann man solch eine Aussage aber beweisen? Wie schon gesagt nur durch Studien wie diese, diese, diese oder auch diese.

Was bei all diesen Studien einhellig zum Ausdruck kommt ist, dass sobald die zugeführte Kalorienzahl kontrolliert wird, die Ergebnisse in Punkto Gewichtsreduktion annähernd identisch sind. Mal schneidet kohlenhydratarm in ein paar Blutwerten besser ab, mal fettarm. Die Tendenz ist jedoch immer die Gleiche.

Wie kann das aber sein, denn es finden sich bei den unterschiedlichen Ernährungsformen in den Studien ja ganz unterschiedliche Insulinwerte im Körper? In einigen Studien nehmen die Versuchsteilnehmer extrem wenig Kohlenhydrate zu sich und nehmen langfristig gesehen trotzdem nicht mehr ab als diejenigen mit viel Kohlenhydraten. Eine Studie wurde sogar mit einer ketogenen Diät gemacht!

Die einzig mögliche Antwort: Es kommt auf die Kalorien und nicht auf die Kohlenhydrate und schon gar nicht auf die Zeit an, wann ich die Kalorien zuführe.
Und warum funktioniert es die Kohlenhydrate weglassen am Abend dann bei so vielen? Ganz einfach, weil sie dann weniger essen. Viele die sich bislang durchschnittlich ernähren, führen etwa 50 Prozent ihrer Gesamtkalorien in Form von Kohlenhydraten zu sich. Wenn ich jetzt sage: „Abends keine Kohlenhydrate“ reduziere ich schon automatisch die Anzahl der konsumierten Kilokalorien. Hinzu kommt noch, dass es ja auch recht leicht ist zu viel an Kohlenhydraten zuzuführen. Wie schnell ist beispielsweise eine Tüte Gummibärchen leergefuttert!

Schwieriger wird es schon mich mit proteinreichen Lebensmitteln vollzustopfen. Aus diesem Grund ist die Anweisung „Abends keine Kohlenhydrate“ sicher für einige geeignet die Kalorienzufuhr nach unten zu bringen.

Ab nimmt man dann aber wegen des Kaloriendefizits und nicht wegen des niedrigen Insulinspiegels.

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