Kalt Duschen – mein 30-Tage-Experiment

Kalt Duschen – mein 30-Tage-Experiment

Janis von Primal State hat vor kurzem einen Beitrag über die Vorteile des kalten Duschens auf seiner Seite geschrieben. Ich hatte zwar schon vorher davon gehört, dass kaltes Duschen sehr viel gesünder sein soll, aber mich trotzdem immer davor gedrückt, es mal auszuprobieren.

Inspiriert von seinem Artikel gab ich dem Ganzen dann doch eine Chance und sammelte meine eigenen Erfahrungen mit kaltem Duschen.

  • Kaltes Duschen zeigt wirklich viele Vorteile
  • Nach 30 Tagen bin ich von diesem Experiment überzeugt und bleibe dabei

Mein 30-Tage-Experiment mit kaltem Duschen

Das Prinzip, kaltes Wasser zur Verbesserung von physischer und mentaler Gesundheit zu nutzen, reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und wird auch als Hydrotherapie bezeichnet.

In den letzten Jahren wurde diese Praxis von vielen Lifehacking-Gurus wiederentdeckt bzw. populär gemacht.

Dass kaltes Duschen tatsächlich einen positiven Effekt auf Gesundheit und Psyche hat, habe ich bisher immer kritisch gesehen. Der Vorteil ist aber, dass es nichts kostet, es auszuprobieren. So dass ich mich schließlich trotz Skepsis dazu entschied, ein Selbstexperiment durchzuführen:

30 Tage lang habe ich jeden Tag kalt geduscht und nach meinem kleinen Experiment bin ich zumindest von den kurzfristigen Vorteilen des kalten Duschens komplett überzeugt.

Welche Vorteile hat das kalte Duschen?

Es gibt nicht nur Meinungen im Internet zum kalten Duschen, sondern auch handfeste wissenschaftliche Belege für die Vorteile des kalten Duschens:

Verbesserte Gemütslage – Das Prinzip der Hydrotherapie wurde in vielen Nervenheilanstalten eingesetzt, um Depressionen und andere Formen von mentalen Erkrankungen zu behandeln (siehe hier). Und ich muss zugeben, dass ich mich nach einer kalten Dusche stark euphorisiert fühle. Wenn ich nicht gerade meinen besten Tag erlebt hatte, konnte eine kalte Dusche am Abend ein Gefühl von Niedergeschlagenheit blitzartig verschwinden lassen.

Fettverbrennung beim Duschen – Durch die Kälte ziehen sich nicht nur die Muskeln zusammen und ein leichtes Zittern setzt ein, wodurch Energie verbrannt wird. Kaltes Duschen aktiviert auch das sogenannte braune Fettgewebe, welches Hitze im Körper erzeugt. Zwar ist dieser Effekt nur sehr gering, aber er trägt tatsächlich ein wenig zur Fettverbrennung bei (Studie).

Verbesserte Regeneration nach dem Training – Dass kaltes Duschen die Regeneration nach dem Training verbessern kann, ist sehr umfangreich untersucht worden (Studie, Studie, Studie). Das kalte Wasser löst muskuläre Spannungen und regt die Durchblutung an, wodurch die Regenerationsprozesse effektiver ablaufen können. An Trainingstagen habe ich deshalb immer nach dem Sport kalt geduscht und hatte in der Zeit keinen Muskelkater oder andere Probleme.

Verbessertes Hautbild – Kaltes Wasser verschließt die Poren und kann so das Hautbild verbessern. Zusätzlich kommt auch hier wieder der Effekt der verbesserten Durchblutung zum Tragen, welcher die Haut effektiver mit Nährstoffen versorgt und Abfallstoffe abtransportieren kann. Nach 30 Tagen hat sich bei mir das Hautbild zwar nicht grundlegend verändert. Aber ab und zu habe ich doch noch mit ein wenig Restakne zu kämpfen, die in den letzten 4 Wochen kaum noch aufgetreten ist.

Glutathion Ausschüttung wird erhöht – Glutathion ist ein Tripeptid, welches als natürliches Antioxidans wirkt und somit unseren Körper vor Schäden durch freie Radikale schützt. Ergänzend dazu kann es auch die mitochondriale Energiebereitstellung verbessern (Studie).

Stärkt das Immunsystem – Hier scheint es tatsächlich den größten Vorteil des kalten Duschens zu geben. Viele Studien (hier und hier) belegen, dass es eine immunstärkende Wirkung von Kälteexposition gibt. Ich bin daher zuversichtlich, dass mich das kalte Duschen ohne Erkältung durch den Winter bringen wird.

Verbesserte Disziplin – Dieser Punkt ist schwer durch Zahlen und Daten zu belegen. Aber aus persönlicher Sicht bin ich nach dem Duschen nicht nur motivierter, sondern auch klarer in meiner Denkweise. Es ist als ob die Überwindung während des Duschens meine Disziplin trainiert hätte und sich anschließend auch auf andere Handlungsweisen überträgt – so zumindest meine Erfahrung.

Erhöhte Testosteronausschüttung – Eine erhöhte Testosteronausschüttung durch kaltes Duschen ist noch nicht eindeutig belegt wurden. Es konnte lediglich gezeigt werden, dass Wärme die Testosteronausschüttung senkt, weshalb warmes Duschen hier kritisch zu sehen ist (Studie, Studie).

Gibt es auch Vorteile von heißem Duschen?

Es wäre nicht fair, heißes Duschen komplett außen vor zu lassen, da auch heißes Wasser Vorteile mit sich bringt:

  • Heiße Duschen lösen Verspannungen der Muskulatur
  • Eine heiße Dusche kann die Oxytocin Ausschüttung anregen (Studie), was stressreduzierend wirkt.
  • Bei leichtem Fieber kann eine heiße Dusche die Körpertemperatur wieder ausgleichen und so die Genesung unterstützen
  • Mehr Komfort

Solltest Du mit dem kalten Duschen anfangen?

Ich weiß, es kostet eine immense Überwindung, mit dem kalten Duschen anzufangen und gerade zu Beginn ist es schwer, dem natürlichen Instinkt, vor der Kälte zu fliehen, zu wiederstehen. Doch die vielen Vorteile bieten im Gegenzug für diese Überwindung eine ganze Menge, weshalb ich Dir auf jeden Fall empfehlen würde, dem kalten Duschen eine Chance zu geben.

Die einzigen Gründe, aus denen ich davon abraten würde, wären:

  • Fieber und Immunschwächen: Hier können die extremen Temperaturschwankungen und der körperliche Schock einer kalten Dusche die Gesundheit eher beeinträchtigen.
  • Herzerkrankungen: Auch ohne Herzprobleme spüre ich meinen Herzschlag mit dem ersten kalten Strahl extrem pochen. Kaum auszudenken, wie sich dies für Menschen mit Herzproblemen anfühlen muss.
  • Bluthochdruck: Die Blutgefäße ziehen sich durch die Kälte zusammen, wodurch der Bluthochdruck ansteigt. Bei bereits bestehendem Bluthochdruck kann es dadurch zu Problemen kommen.

Ein zusätzliches persönliches Problem hatte ich an Tagen, an denen ich wegen Trainings 2-mal (morgens nach dem Aufstehen und abends nach dem Training) kalt geduscht habe. An diesen Tagen hatte ich leichte Augenentzündungen, die jedoch wieder abgeklungen sind, als ich nur noch einmal pro Tag kalt geduscht habe. Sehr wahrscheinlich ist es nicht ratsam, das kalte Wasser dauerhaft und mehrfach direkt aufs Gesicht zu strahlen.

Wie kannst Du mit dem kalten Duschen anfangen?

Es gibt zwei Möglichkeiten mit dem kalten Duschen zu beginnen:

  1. Graduell – Dreh den Temperaturregler nur so kalt, wie Du es gerade noch aushältst und alle paar Sekunden drehst Du ihn ein Stück weiter, so dass das Wasser immer nur ein bisschen kälter wird.
  2. Abrupt – Die zweite Möglichkeit kostet gerade zu Beginn mehr Überwindung. Hierbei stellst Du den Regler sofort auf die kälteste Stufe und erträgst den Schock einfach.

Möglichkeit 1 ist meiner Meinung nach leichter umzusetzen, da sich Dein Körper hier einfacher an die Kälte gewöhnen kann. Möglichkeit 2 hat den Vorteil, dass alles schneller passiert und der Schock und damit auch der Effekt größer werden.

Ich persönlich habe mich in den letzten Wochen an folgende Methode gewöhnt:

  1. Heißes Duschen (fürs Haare waschen)
  2. Wechsel auf kaltes Wasser, so kalt wie möglich
  3. Unter kaltem Wasser ruhig atmen und dann den Körper waschen
  4. Nach dem Waschen des Körpers nochmals unter dem kalten Wasser ruhig atmen (3-5 Atemzüge)

Fazit – Ich bleibe auf jeden Fall bei kaltem Duschen

Nach 30 Tagen kann ich natürlich nicht aus eigener Erfahrung über die Langzeitfolgen des kalten Duschens sprechen, aber kurzfristig konnte ich viele der Vorteile am eigenen Leib spüren.

Das kalte Duschen:

  • Macht mich morgens wacher
  • Behebt Gefühle von Niedergeschlagenheit
  • Verbessert die Regeneration nach dem Training
  • Verbessert die Durchblutung und das Hautbild
  • Stärkt das Immunsystem

Bislang bin ich also von diesem Experiment mehr als begeistert. Und auch wenn gerade der Winter vor der Tür steht und die Dusche geradezu nach heißem Wasser schreit, werde ich versuchen, bei kaltem Wasser zu bleiben.

Dir kann ich nur empfehlen, es auch auszuprobieren.

Meine Fragen an Dich: Duschst Du kalt oder warm? Hast Du positive Effekte des kalten Duschens erlebt? Oder ist warmes Duschen für Dich immer noch am besten?

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